Stottern

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Stottern (Fachbegriff: Balbuties) ist eine Sprech- bzw. Redeflussstörung.

Inhaltsverzeichnis

Klassifikation

Primärsymptomatik

Man unterscheidet die klonische Symptomatik (Laut- und Silbenwiederholungen und somit auch von einsilbigen Wörtern) von der tonischen Symptomatik (Dehnungen von Lauten bzw Blockierungen). Die bisher genannten Symptome bezeichnet man auch als Primärsymtome, wobei eine rein klonische Symptomatik in der Regel gegenüber der tonischen Symptomatik die leichtere Form darstellt.

Sekundärsymptomatik

Als Sekundärsymptome bezeichnet man alle Verhaltensweisen, die aus vermeintlich erfolgreichen Vermeidungsversuchen resultieren. Jeder Vermeidungsversuch, der "erfolgreich" angewendet wird, kann zu einer Abhängigkeit von diesem Verhalten führen und somit zu neuer Sekundärsymptomatik. Damit ist ausnahmslos jeder "Trick" - verbal und auch nonverbal - gemeint, mit dem das Stottern vermieden werden soll.

Abgrenzung vom pathologischen Stottern

Vom Stottern abzugrenzen ist das sogenannte Entwicklungsstottern bzw. physiologische Unflüssigkeit bei Kindern, meist im Alter von 4-5 Jahren. Dies entsteht durch eine Unausgewogenheit der verschiedenen sprachlichen Ebenen. Möchte das Kind etwas versprachlichen, muss es auf verschiedene sprachliche Bereiche (Artikulation, Inhalt, Grammatik, etc.) achten. Mitunter reicht der Arbeitsspeicher noch nicht aus und des kommt zu stotterähnlichen Symptomen wie Wiederholungen von ganzen Wörtern (auch mehrsilbige Wörter) oder Satzteilen. Wichtig kann auch hier ein Besuch bei einem Logopäden/ Sprachtherapeuten sein, um das weitere Vorgehen abzuklären. Eltern können hier ihre Sorgen mitteilen und erhalten wichtige Tipps für den (sprachlichen) Umgang mit ihrem Kind. Ein ungünstiger Umgang mit der physiologischen Unflüssigkeit kann u. U. zu echtem Stottern führen, da der Betroffene durch seine Umgebung zunehmend davon überzeugt werden kann, dass mit seinem Sprechen etwas nicht stimmt, was zu ersten Vermeidungsversuchen führen kann.

Fakten über das Stottern

Folgende Aussagen können über das Stottern gemacht werden:

  1. Stottern ist gelerntes Verhalten. D. h. der Stotterer wird durch Reaktionen seiner Umgebung zunehmend davon überzeugt, dass er stottert. Daraus resultiert das Störungsbewusstsein
  2. Stottern ist der Versuch Stottern zu vermeiden
  3. Stottern beginnt mit dem ersten Versuch Stottern zu vermeiden

Achtung vor Heilsversprechen! Einige unseriöse Therapieverfahren versprechen eine schnelle, vollständige und dauerhafte Heilung des Stotterns, wenn der Patient nur gut mitarbeitet. Achtung bei solchen Angeboten! Die therapeutischen Maßnahmen unterscheiden sich nicht oder kaum von den üblichen Maßnahmen eines niedergelassenen Logopäden/ Sprachtherapeuten. Jedoch wird dem Patienten oftmals suggeriert, dass ein Scheitern (was nicht zu erwarten ist) lediglich an ihm selbst liegt aufgrund mangelnder Mitarbeit, etc. Logopäden/ Sprachtherapeuten beziehen einen möglichen Rückfall stets in die Behandlung mit ein. So ist der Patient gewappnet, falls es in besonders emotionalen oder aufregenden Situationen doch noch einmal vorübergehend zu Sprechunflüssigkeiten kommen sollte.

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