Bougierung
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Unter einer Bougierung (Synonym: Dilatation) versteht man das Aufdehnen einer Engstelle in einem röhrenartigen Organ des Körpers.
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Bougierung des Ösophagus
Indikationen
- stenosierend wachsendes Ösophaguskarzinom
- angeborene Speiseröhrenmissbildung
- anders verursachte Einengungen der Speiseröhre mit Schluckstörungen
Methoden
Eine Bougierung wird immer unter Sedierung und Analgesie durchgeführt, da sie sonst sehr schmerzhaft für den Patienten wäre. Zunächst wird dann ein Gerät eingeführt, mit dem man die Speiseröhre von innen betrachten kann (Oesophagoskop). Unter Sichtkontrolle wird sodann ein Führungsdraht über die Engstelle geschoben. Zum Aufdehnen gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Bougierung mit einem Bougis: hierbei wird über den Führungsdraht ein Bougis ("Dehner") eingeführt. Dieser hat eine konisch zulaufende Spitze mit der die Enge Millimeter um Millimeter aufgedehnt werden kann.
Ballondilatation: bei dieser Methode wird ein nicht aufgeblasener Ballon in die Engstelle eingeführt, sodass die Engstelle, per Aufblasen des Ballons aufgedehnt werden kann. Hierbei wird der Ballon nicht, wie der Begriff "Aufblasen" vermuten läßt, mit einem Gas, sondern einer Flüssigkeit gefüllt. Die Verwendung eines Gases, wäre für den Fall, daß der Ballon platzt, viel zu gefährlich. Bei einer Flüssigkeit besteht hingegen keine Gefahr.
Nachbehandlung
Manchmal wird zum Offenhalten der Passage ein Metallstent eingelegt, der einer erneuten Verengung vorbeugen soll. Nach Einlegen eines Stents sind zwei Verhaltensmaßregeln dringend einzuhalten:
- faserarme Kost (kein Salat, faserreiches Fleisch wie Hühnchen etc.)
- jede Mahlzeit gut kauen
Bougierung des Magenausgangs
Indikationen
Durch Tumor, Entzündung oder angeborene Wachstumsstörung verursachte Enge des Magenausgangs
Behandlung
Entspricht im Wesentlichen der Behandlung bei Ösophagusenge
Bougierung der Harnröhre
Indikationen
- Harnröhrenstriktur
- rezidivierende (wiederkehrende) Harnwegsinfekte
Methode
In die Harnröhre werden Stäbe zunehmender Dicke eingeführt, die jeweils für mehrere Wochen in der Harnröhre verbleiben um diese langsam aufzudehnen.
Bougierung des (End)Darmes
In besonderen Fällen - zum Beispiel einer Verengung der Operationsstelle (Anastomosenstenose) nach einem Darmtumor (z.B. Rektumkarzinom) - wird eine Bougierung mit sogenannten Hegarstiften vorgenommen.
Weblinks
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